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Anmeldung Satsang unter:
SILENCE ANNETTE MEINERS Satsang Haus
Ort der Stille
Graffeler Berg 32
33142 Büren-Wewelsburg
Telefon 02955-1644
Silence-Meiners@t-online.de
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Texte
Vollständiges Erwachen ist für jeden Menschen hier und jetzt
möglich, unabhängig von seiner Geschichte, von Übungen
oder persönlichen Umständen. Du bist schon frei! Alles, was
neu gewonnen wird, wird verloren gehen. Das Ewige ist immer in Dir,
als Dein eigenes Selbst. Dies ist die unveränderliche Grundlage,
auf der sich Deine Hoffnungen und Wünsche widerspiegeln. Es sind
eben diese Hoffnungen und Wünsche, die das ewig-reine Bewusstsein
verdecken. Das Selbst wird sich selbst in einem Augenblick offenbaren,
sobald Du alle Hoffnungen und Wünsche, diese uralte Krankheit des
Minds, aufgibst. Bleibe still. Lass keinen einzigen Gedanken sich rühren.
Sei ohne jede Bemühung und Du wirst im Bruchteil einer Sekunde
entdecken, dass Du immer frei gewesen bist. H.W.L. Poonja
Es ist immer hier, weißt du: Immer hier. Viele Male habe ich
zu Papaji gesagt:“ Letzte Nacht hatte ich schreckliche Träume.
Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Ich habe nach dir gerufen.
Kannst du mir bitte helfen?“ Er sagte:“ Was ist jetzt hier?“
Ich erwiderte „Nichts.“ „ Gut“ ! Ich weiß
nicht, wie oft ich solch einen Wortwechsel hatte, bei dem ich mich über
irgendetwas beschwerte, was aufgewühlt wurde. Und ich sage euch,
Papaji war echt ziemlich grimmig. Er sagte nicht zu dir:“ Schau,
das war zu erwarten.“ Er sagte nur:“ Bleib still. Verschwende
deine Zeit nicht mit Müll; Abfälle sind für Schweine!“
Es funktioniert auch auf diese Weise.
Erinnere dich immer tief in deinem Herzen, dass alles gut ist und sich
so entfaltet wie es soll. Es gibt keine Fehler, nirgendwo, niemals.
Wenn etwas falsch erscheint, dann liegt das nur an deinen eigenen falschen
Vorstellungen, das ist alles. Das Universum, in dem wir leben, ist in
Wirklichkeit Brahman, absolute Realität, absolutes Bewusstsein.
Es ist Ausdruck von Vollkommenheit, von vollkommenem Leben, vollkommener
Glückseligkeit, vollkommenen Seins. Diese Vollkommenheit kennt
kein richtig oder falsch, gut oder schlecht, Glücklich oder traurig.
Sie kennt nur sich selbst als Vollkommenheit. Und du bist DAS. Du bist
das Selbst, dieses vollkommene unveränderliche Selbst. Nichts anderes
existiert. Nichts anderes wird je existieren. Es gibt nur dieses eine
Selbst, und du bist Das. Freue dich! Robert Adams
Krisnamurti Mein Geheimnis:" Ich habe nichts gegen das,
was geschieht."
Sei wo du bist,
fühle was du fühlst und
denke nicht darüber nach.
Dann funktioniert alles.
Samarpan
„Du kannst es Stille, Leere, das Selbst oder sogar Gott nennen,
und wir können dahin gelangen, indem wir einfach still sind. Premananda
„Das Selbst ist das, was dem Leben Atem gibt. Du brauchst Es
nicht zu suchen, Es ist Hier. Du bist Das, wonach du suchen würdest.
Du bist Das, wonach du suchst! Und Das ist Alles, was ist.“ Papaji
Wenn du die Wahrheit sehen möchtest,
dann habe keine Meinung, kein Urteil für oder gegen etwas.
Denn abzuwägen, etwas was du magst, gegen etwas das was du nicht
magst,
das ist die Krankheit des Verstandes
Wenn die tiefe Bedeutung der Dinge verstanden wurde
Dann hat der Verstand essenziell Frieden. vom 3. Patriarch des Zens
aus dem 3. Jahrhundert
Als ich meinen Guru traf, sagte er mir: “Du bist nicht, was du
glaubst zu sein. Finde heraus, was du bist. Betrachte die Wahrnehmung
“ich bin”, finde dein wirkliches Selbst”.
Ich hörte auf ihn (gehorchte ihm), weil ich ihm vertraute. Ich
tat, wie er mir gesagt hatte. All meine freie Zeit verbrachte ich damit,
in Stille auf mich zu schauen. Und was für einen Unterschied das
machte, und wie schnell.
Mein Lehrer wies mich an, eisern an der Empfindung “ich bin”
festzuhalten, und nicht für einen Moment von ihr abzuschweifen.
Ich tat meine bestes, seiner Anweisung Folge zu leisten, und in einer
vergleichsweise kurzen Zeit erkannte ich für mich selbst die Wahrheit
in seiner Lehranweisung. Alles was ich tat, war mich selbst ständig
an seine Lehranweisung zu erinnern, sein Gesicht, seine Worte. Das brachte
den Verstand zur Ruhe; in der Stille des Verstandes sah ich mich, wie
ich bin - frei von Bindung.
Ich leistete einfach der Anweisung (meines Lehrers) Folge, den Verstand
rein auf “ich bin” (Gewissheit zu sein) zu konzentrieren,
und darin zu verbleiben. Ich verbrachte Stunden damit, mit nichts anderem,
als dem “ich bin” in meinem Geist hier zu sitzen, und bald
wurden Friede, und Freude, und eine tiefe, alles umfassende Liebe, mein
gewöhnlicher Zustand. In ihm verschwand alles - ich selbst; mein
Guru; das Leben, das ich lebte; die Welt um mich. Nur Friede blieb zurück
und unermessliche Stille.
Nisargadatta Maharaj
Zu wissen das ich nichts bin, ist Weisheit, zu wissen das ich alles
bin, ist Liebe. Nisargadatta Maharaj
Ich bin sehr gewöhnlich, gewöhnlich wie ihr. Der einzige
Unterschied zwischen euch und mir ist der, dass ihr nicht okay zu euch
sagt, und ich habe restlos okay zu mir gesagt – das ist der ganze
Unterschied. Ihr versucht ständig, euch zu verbessern, und ich
versuche nicht, mich zu verbessern. Ich habe gesagt, Unvollkommenheit
gibt es nun mal. Ihr wollt vollkommen sein, und ich habe meine Unvollkommenheit
akzeptiert. Das ist der einzige Unterschied.
Osho
Deine wahre Natur ist es, glücklich zu sein, es ist daher nicht
falsch, nach diesem Zustand zu streben. Falsch ist nur; das Glück
außen zu suchen, denn es ist innen.
"Glücklich sein zu wollen und dabei das Selbst mit dem Körper
zu identifizieren, ist wie der Versuch, den Fluss auf dem Rücken
eines Krokodils zu überqueren. Wenn das Ego aufsteigt, trennt sich
der Geist von seiner Quelle, dem Selbst, und wird rastlos wie ein in
die Luft geworfener Stein oder das Wasser eines Flusses. Erst wenn der
Stein oder der Fluss ihren jeweiligen Ursprungsort, nämlich den
Boden oder den Ozean wieder erreicht haben, kommen sie zur Ruhe. Ebenso
ist es mit dem Geist - er kann erst ruhen und glücklich sein, wenn
er zu seiner Quelle zurückgekehrt ist und in ihr verbleibt. So
wie es gewiss ist, dass der Stein und der Fluss zu ihrem Ausgangsort
zurückkehren, so wird auch zwangsläufig früher oder später
der Geist zu seiner Quelle heimkehren". Sri Ramana Maharshi
Jenseits aller Vorstellungen vom richtigen und falschen Handeln. Da
ist ein leeres Feld. Da will ich dir begegnen. Rumi
Beginne zu verstehen: Du bist mehr als ein Mensch. Sobald du sagst,
du bist menschlich, begrenzt du dich. Du bist göttlich! Du bist
hoher Geist in einer menschlichen Hülle. Mag es dir auch noch so
schwer fallen: Beginne zu verstehen, dass dir diese Gedankenmuster nicht
dienlich sind. Was glaubst du, warum wir dir immer wieder die Botschaft
übermitteln: Höre nicht auf die Menschen. Beginne zu verstehen,
dass alles, was du brauchst, in dir ist. Du bist in dir göttlich.
Es geht darum, dass du beim göttlichen Erwachen immer mehr erkennst,
dass du göttlich bist, ein göttlicher Mensch auf Erden. Ein
hoher Geist, der menschliche Erfahrungen gesammelt hat. Lao Tse
Getreu schickte der Schüler jeden Monat einen Bericht über
seine Fortschritte an seinen Meister.
Nach dem ersten Monat schrieb er ihm:“ Ich fühle eine Erweiterung
des Bewusstseins und erlebe die Einheit mit dem Universum.“ Der
Meister warf einen kurzen Blick auf den Brief und warf ihn in den Papierkorb.
Einen Monat später schrieb er Folgendes:“ Ich habe schließlich
erfasst, dass das Göttliche in allem wohnt.“ Der Meister
schien enttäuscht.
Nach dem dritten Monat kamen diese enthusiastischen Worte des Schülers:“
Das Mysterium des Einen und der Vielen hat sich meinem staunenden Blick
enthüllt.“ Der Meister schüttelte nur den Kopf und warf
den Brief fort.
Im nächsten Brief stand:“ Niemand wird geboren, niemand lebt
und niemand stirbt, denn das Selbst des Ego existiert gar nicht.“
Der Meister schlug vor Entsetzen die Hände über dem Kopf zusammen.
Danach verging ein weiterer Monat, dann zwei, dann fünf und schließlich
war ein volles Jahr ohne einen einzigen Brief vergangen. Dem Meister
schien die Zeit gekommen, den Schüler an seine Pflicht zu erinnern,
ihm über seinen spirituellen Fortschritt zu berichten.
Der Schüler antwortete:“ Wen kümmert`s?“
Als der Meister diese Worte las, erschien ein Ausdruck großer
Zufriedenheit auf seinem Gesicht.
Eines Tages gingen Buddha und sein Hauptschüler Narada eine Landstraße
entlang. Buddha sprach über Maya. Er erklärte, dass der Baum,
der Fluss, die Berge, die Schönheit, alle Insekten und Moskitos,
Tiere, alles Maya ist.
Und Narada sagte: „Aber Meister, wie kann das sein? Es hört
sich praktisch unmöglich an. Ich kann den Baum anfassen. Ich kann
deinen Arm anfassen. Ich werde von einem Moskito gestochen. Ich fühle
es, da ist eine Beule auf meinem Arm. Wie kann alles Illusion sein?
Ich versteh das nicht.“
Buddha sagte: “Ich habe Durst. Geh und hole mir ein Glas Wasser.“
Da war eine Stadt in der Nähe, Narada ging dorthin und klopfte
an die Tür des ersten Hauses, das er sah. Eine alte Frau öffnete.
Sie sagte: “Was willst du?“ Narada sagte: „ Mein Meister
möchte ein Glas Wasser.“ Sie betrachtete ihn und sah, dass
er gut aussah, gut gebaut, gesund, und bat ihn, hereinzukommen.
Er betrat das Haus, und dort saß eine wunderschöne junge
Frau auf einem Stuhl. Die alte Frau sagte: „Das ist meine Tochter.
Ist sie nicht wunderschön?“ Narada war überwältigt
von ihrer Schönheit und sagte: „Sie ist das schönste
Mädchen, das ich je gesehen habe.“ Die alte Frau fragte:
„Würdest du sie heiraten wollen?“ Und Narada sagte:
„Warum nicht?“
Und so heiratete er das Mädchen. Sie feierten eine riesige Hochzeit,
und alle Leute aus dem Dorf kamen. Am nächsten Tag bekam er eine
Arbeit. Er war Töpfer und machte wunderschöne Töpfe aus
Ton. Damit verdiente er den Lebensunterhalt. Nach dem ersten Jahr bekamen
sie ein Kind, und sie konnten sich ein schönes Haus leisten. Er
musste für Hypotheken und Steuern aufkommen. Darum musste er härter
arbeiten und Leute anstellen, die ihm halfen. Er musste Löhne zahlen,
Steuern abziehen und alles andere. Nach zwei Jahren kam das nächste
Kind. Er war völlig verstrickt in sein Familienleben. Einige Tage
waren gut, andere schlecht. Die Jahre verstrichen, drei Jahre, vier
Jahre, fünf Jahre.
Eines Tages gab es einen großen Wirbelsturm in der Stadt. Alles
wurde überflutet. Narada sagte: „Was machen wir nur?“
Alle Möbel waren ruiniert. Alles, von dem er glaubte, dass es ihm
gehörte, wurde nass, total ruiniert. Er nahm seine Familie mit
aufs Dach. Es gab eine Wäscheleine auf dem Dach. Alle hängten
sich an diese Leine. Der Wirbelsturm wurde immer stärker und stärker.
Seine Schwiegermutter wurde von den Fluten mitgerissen. Narada sagte:
„Ich glaube, wir brauchen sie sowieso nicht mehr, sie war alt.“
Aber der Wirbelsturm war immer noch sehr stark und seine Frau und die
Kinder hielten sich weiter an der Leine fest. Eins der Kinder wurde
mitgerissen und Narada war verzweifelt. Aber er hielt sich mit seiner
Frau fest. Dann wurde das andere Kind fortgerissen. Er war völlig
durcheinander, aber er sagte zu sich selbst:“ Schließlich
habe ich ja noch meine Frau. Wir können noch mehr Kinder bekommen.“
Dann wurde seine Frau weggerissen und er sagte: „Was ist mit meiner
Familie passiert? Sie sind alle weg! Alles wofür ich gearbeitet
habe ist weg! Alles wofür ich gekämpft habe ist weg! Ich werde
dem allem ein Ende setzten, Selbstmord begehen.“ Und er ließ
das Seil los.
Im nächsten Moment saß er neben Buddha mit einem Glas Wasser.
Er schaute Buddha an und der sagte: „Es war Zeit, dass du mir
mein Wasser bringst.“ Narada sah ihn an und sagte: „ Jetzt
weiß ich was Maya ist.“
Es gibt eine Geschichte von einem Klavierspieler, die recht gut veranschaulicht,
wie wichtig die Entdeckung der wahren Natur ist.
Ein sehr berühmter Pianist lebt in einem wunderschönen Landhaus
an einem Fluss. Jeden Sonntagmorgen bricht er bei Sonnenaufgang mit
seinem kleinen Boot zu einer Bootsfahrt auf dem Fluss auf, um der Hektik
des Alltags ein paar Stunden zu entfliehen. Er lässt sein Boot
mit der Strömung gleiten und verankert es nach einer Weile mitten
im Fluss. Da sitzt er dann in seinem kleinen Boot ganz früh am
Morgen. Niemand ist in der Nähe. Er blickt auf das Wasser und erfreut
sich des Friedens und der Stille der Natur und des Nichtstuns. Während
er dort so friedlich sitzt, kann er nicht begreifen, warum die Menschen
immer Schwierigkeiten miteinander haben. Wenn er die Vögel zwitschern
hört und die Farben der Sonne im Wasser glitzern sieht, kann er
kaum glauben, dass es so viele Probleme auf dieser Welt gibt. Er fragt
sich, warum wir dauernd Auseinandersetzungen mit unseren Nachbarn und
Freunden haben.
Plötzlich wird er davon aufgeschreckt, wie jemand von hinten sein
Boot rammt. Er wendet sich, überrascht und ärgerlich zur gleichen
Zeit, um und flucht. Da erkennt er in einem zeitlosen Augenblick, dass
das Boot, das ihn rammte, leer ist und dass er gar niemanden angeschrieen
hat. Er begreift, dass sein Boot eine Kollision mit einem anderen Boot
hatte, das von flussaufwärts kam. Sein Ärger verfliegt augenblicklich
und er versinkt in einem zeitlosen Moment in eine völlige Stille,
die sich über alles ausbreitet. Einssein mit allen und jedem ist
da und gleichzeitig wird alles in eine allumfassende Liebe gehüllt.
Später erkennt er, dass dieser Zusammenstoß eine Metapher
für die philosophischen Probleme darstellt, über die er gerade
nachdachte. All die anderen Menschen, mit denen wir vermeintlich Schwierigkeiten
haben, sind so wie leere Boote. Diese Boote haben keinen Steuermann.
Sie können nichts an ihrem Tun ändern. Was für eine erstaunliche
Entdeckung! Jeder auf diesem Planeten wird von dem verbreiteten Glauben
hypnotisiert, wir alle wären getrennte Individuen, von denen ein
jedes in einem anderen Körper lebt, der auf der Oberfläche
desselben Planeten herumspaziert. Daran glauben wir alle, weil wir meinen,
in unserem eigenen Boot „hätten“ wir einen Steuermann.
Wir alle behaupten:“ In meinem Kopf habe ich einen Steuermann,
der einen freien Willen und eine Wahl hat“ und folglich schließen
wir:“ All die anderen Körper, die ich herumlaufen sehe, sehen
genauso aus wie ich; also müssen sie auch einen Steuermann haben.“
Und wir alle sind wie hypnotisiert von diesem Glauben, weil es so wirklich
aussieht.
Aber jetzt ist alles kristallklar. Auch sein eigenes Boot fährt
ohne einen Steuermann, es folgt nur der Strömung, die es dorthin
bringt, wohin es scheinbar fährt. Er sieht, mit anderen Worten,
dass „sein“ Körper, in dem er vermeintlich lebt, eine
leere Schachtel ist, wie ein Radio, das Klaviermusik spielt, ohne dass
ein Klavierspieler darin steckt. Da erkennt er: Niemand lebt in seinem
Körper, niemand ist zu Hause! Es gibt keinen Steuermann in meinem
Boot und auch keinen Steuermänner in den anderen Booten.“
Es hat nur den Anschein. Und diese Erkenntnis ist auch das Ende seiner
spirituellen Suche. Der Pianist muss sich tatsächlich erst mal
hinsetzen, um die Konsequenzen dieses Ereignisses zu verarbeiten.
Nachdem er eine Weile lang so still gesessen hat, wird er langsam hungrig.
Sein Magen ruft ihn in die „wirkliche“ Welt zurück.
Der Duft der Stille schwingt noch im Hintergrund, während „er“
jedoch nicht derselbe wie sonst ist. Es ist erstaunlich und gleichzeitig
ganz normal. Er macht sich auf den Rückweg, um zum Frühstück
zu Hause zu sein, und rudert sein Boot stromaufwärts. Beim Kaffeetrinken
erkennt er, dass alles so ist, wie es ist. Kein Gut, kein Schlecht,
keine Vergangenheit, keine Zukunft, kein Jetzt. Wie kann es nur so offensichtlich,
so einfach sein, ohne dass es jemand merkt? Das Geräusch des Kühlschranks,
der Geruch des Kaffees, der Geschmack der Marmelade, alles ist nur ein
Ausdruck von „Dem“. Er erkennt, dass dieses Offene Geheimnis
den gesunden Menschenverstand übersteigt, und obgleich er dies
gern mit all seinen Freunden teilen würde, wird ihm bewusst, dass
ihm die Worte fehlen, „Es“ jemandem mitzuteilen. Und obwohl
sich sein Leben an jenem Sonntagmorgen so verändert hat, dass es
nie wieder das Gleiche sein wird, ist niemanden jemals etwas an ihm
aufgefallen. Er spielt Klavier wie zuvor.
MOJUD Der Mann mit dem unerklärlichen Leben – eine alte
Sufi-Geschichte
Es war einmal ein Mann namens Mojud. Er lebte in einer Stadt, wo er
den Posten eines kleinen Beamten erlangt hatte, und es schien ganz so,
als würde er das Ende seiner Tage als Inspektor für Maße
und Gewichte verbringen. Eines Tages als er durch die Gärten eines
alten Gebäudes unweit von seinem Haus spazierte, erschien ihm Khidr,
der mysteriöse Meister, in schimmernden Grün gehüllt.
Khidr sagte:“ Verheißungsvoller Mensch! Gib deine Arbeit
auf und triff mich in drei Tagen am Flussufer.“ Daraufhin verschwand
er. Beklommen ging Mojud zu seinem Vorgesetzten und sagte, er müsse
gehen. Schon bald wussten alle Leute in der Stadt davon und sagten:“
Armer Mojud! Er ist verrückt geworden.“ Weil sich aber viele
Bewerber für seine Stelle meldeten, hatten sie ihn schon bald vergessen.
Am festgesetzten Tag traf sich Mojud mit Khidr, der zu ihm sagte: „Zerreiße
deine Kleier und stütze dich in den Fluss. Vielleicht wird dich
jemand retten.“ Mojud tat, wie ihm geheißen, wenngleich
auch er sich fragte, ob er nicht verrückt geworden sei. Weil er
aber schwimmen konnte, ertrank er nicht, sondern trieb lange dahin,
bis ihn ein Fischer in sein Boot zog und meinte: „Du Narr! Die
Strömung ist so stark – was soll das?“ Mojud sagte:“
Das weiß ich auch nicht.“ „Du bist verrückt,
sagte der Fischer, aber ich nehme dich in meine Schilfhütte dort
drüben am Flussufer mit, und wir werden sehen, was wir für
dich tun können.“ Als er jedoch bemerkte, dass Mojud gebildet
war, lernte er von ihm Lesen und Schreiben. Dafür erhielt Mojud
sein Essen und half dem Fischer bei der Arbeit. Nach ein paar Monaten
erschien Khidr von neuem, diesmal am Fußende von Mojuds Bett,
und sagte:“ Steh jetzt auf und verlasse diesen Fischer. Es wird
für dich gesorgt werden.“ Mojud verließ die Hütte
unverzüglich. Als Fischer gekleidet wandert6e er umher, bis er
zu einer Landstraße gelangte. Als der Morgen dämmerte, sah
er einen Bauern auf einem Esel, der zum Markt unterwegs war.“
Suchst du Arbeit?“ fragte der Bauer, „ich brauche nämlich
jemanden, der mit hilft, ein paar Einkäufe nach Hause zu tragen.“
Mojud folgte ihm Er arbeitete fast zwei Jahre lang für den Bauern
und lernte in dieser Zeit zwar manches über Landwirtschaft dazu,
aber sonst nicht viel. Eines Nachmittags, als er gerade Wolle bündelte,
erschien ihm Khidr und sagte: “Gib diese Arbeit auf, geh zur Stadt
Mosul und verwende deine Ersparnisse, um Fellhändler zu werden.“
Mojud gehorchte. In Mosul wurde er als Fellhändler bekannt, sah
aber Khidr in den drei Jahren, während er seinen Handel betrieb,
nicht wieder. Er hatte ein schönes Sümmchen Geld gespart und
dachte schon daran, sich ein Haus zu kaufen, als Khidr erschien und
sagte: „Gib mir das Geld, verlasse diese Stadt, geh ins ferne
Samarkant und verdinge dich dort bei einem Krämer.“ Mojud
tat, wie ihm geheißen. Bald darauf zeigten sich unbezweifelbare
Anzeichen von Erleuchtung bei ihm. Er heilte Kranke, stand in seiner
Freizeit seinen Mitmenschen im Laden zu Diensten, und sein Wissen um
die Mysterien vertiefte sich immer mehr. Priester, Philosophen und andere
Leute besuchten ihn und fragten: „Bei wem hast du studiert?“
„Das ist schwer zu sagen“, sagte Mojud. Seine Schüler
fragten: „Wie hast du deine Laufbahn angefangen“? Er sagte:
„Als kleiner Beamter.“ „Und du gabst deinen Posten
auf, um dich der Selbstkasteiung hinzugeben?“ „Nein, ich
gab ihn einfach auf.“ Leute kamen zu ihm und wollten seine Lebensgeschichte
aufschreiben. „Was hast du in deinem Leben getan?“ fragten
sie. „Ich sprang in einen Fluss, wurde Fischer, verließ
dann mitten in der Nacht die Schilfhütte und arbeitete als Knecht
bei einem Bauern. Ich bündelte gerade Wolle, als alles wieder anders
wurde und ich nach Mosul ging, um Fellhändler zu werden. Dort sparte
ich etwas Geld, gab es aber weg. Dann wandere ich nach Samarkant, wo
ich für einen Krämer arbeitete. Und da bin ich jetzt,“
„Aber dieses unerklärliche Verhalten wirft kein Licht auf
deine sonderbaren Gaben und dein beispielhaftes Tun“, sagten die
Biographen. „Das stimmt“, sagte Mojud.Und so erstellten
die Biographen für Mojud eine wunderbare und aufregende Geschichte
– denn alle Heiligen müssen ihre Geschichte haben, und die
Geschichte muss sich nach dem Appetit der Zuhörer richten und nicht
nach dem wirklichen Leben. Und niemand darf unmittelbar von Khidr sprechen.
Darum ist diese Geschichte auch nicht wahr. Dies ist das wahre Leben
eines der größten Sufis.
DIE WEISHEIT LAOTSES Wer spricht, weiß nicht. Wer weiß
spricht nicht.
Der Weise lebt in der Welt des Nichttuns. Er lässt die Dinge geschehen,
setzt sie aber nicht in Gang.
Er handelt, aber ohne zu mutmaßen. Er beendet sein Werk, aber
ohne sich damit aufzuhalten.
Der Weise führt, indem er ihre Köpfe aushöhlt, aber ihre
Herzen füllt.
Er schwächt ihren Ergeiz und stärkt ihre Entschlossenheit.
Er hilft den Menschen, ihr Wissen und ihre Wünsche zu verlieren.
Er bewirkt Verwirrung in jenen, die zu wissen glauben.
Das Tao kann keine Partei ergreifen. Es ist die Quelle von Gut und Böse.
Gerade weil man damit zufrieden ist, einfach nur zu sein und nicht wettzueifern
oder zu vergleichen,
gibt es keinen Makel und keine Schuld.
Jage nach Gold und Sicherheit, so wirst du sie nie bewahren können.
Wenn Reichtum und Ehre dich arrogant machen, wirst du ihr Gefangener
sein.
Kannst du mit den wichtigen Lebensdingen umgehen, indem du sie einfach
ihrer Entfaltung folgen lässt?
Indem du Abstand hältst von deinem eigenen Geist, fängst du
an, alle Dinge zu verstehen.
Gedanken schwächen den Geist. Wünsche schwächen das Herz.
So kann der Weise die Welt beobachten, vertraut dabei aber seinem eigenen
inneren Weisheitsquell.
Betrachte einfach die Welt als dich selbst. Nimm die Dinge wie sie sind.
Wenn du weißt, woher du kommst, dann kennst du die Essenz aller
Weisheit.
Wenn du die Geduld hast zu warten, wird das trübe Wasser langsam
klar.
Wenn du im Nichttun verharren kannst, entsteht die vollkommene Handlung
ganz von selbst.
Die Weisen treten hervor in großer Zahl, aber jeder kehrt zur
gemeinsamen Quelle zurück.
Die Quelle nicht zu kennen bedeutet, verwirrt durchs Leben zu stolpern.
Die Quelle zu kennen bedeutet, erleuchtet zu sein.
Wenn du weißt, woher du kommst, bist du natürlicherweise
allein und unparteiisch.
Wenn du dich in die Sicherheit der Quelle fallen lässt, wirst du
mit dem, was das Leben dir bringt, fertig,
und bis ans Ende deiner Tage wirst du keine Verwirrung erleiden.
Ergib dich dem Tao und sei eins mit der Quelle.
Nimm deine natürlichen Reaktionen an und sieh, wie alles seinen
Platz findet.
Akzeptiere die Welt, wie sie ist.
Wenn du das tust, wird das Tao in dir aufleuchten und du wirst zu deinem
Urselbst zurückkehren.
Bei denjenigen, die die Welt verbessern wollen, sehe ich, dass sie nichts
erreichen können.
Denn die Welt ist bereits ein heiliges Gefäß, nicht etwas,
auf das man einwirken kann.
Wenn du versuchst, darauf einzuwirken, wirst du sie zerstören.
Wenn du versuchst, dich daran zu klammern, wirst du sie verlieren.
Der Weise nimmt die Dinge genau so, wie sie sind.
Aus diesem Grunde vermeidet er Extreme, Exzesse und Extravaganzen.
Der Weise vollendet seine Arbeit, und das ist alles.
Er begreift, die Ereignisse liegen immer außerhalb seiner Kontrolle,
und Versuche, sie zu manipulieren, stehen im Widerspruch zum Tao.
Er erzielt sein Ergebnis, ist aber nicht stolz. Er erfüllt seinen
Zweck, prahlt aber nicht.
Er vollendet seine Handlungen nur, weil er keine andere Wahl hat.
Wer im Tao zentriert ist, kann in großer Sicherheit durchs Leben
gehen.
Selbst inmitten weit verbreiteten Leids sieht der Weise nur die unergründliche
Harmonie der Quelle und fühlt so inneren Frieden.
Das ist das Geheimnis im Umgang mit dem Schmerz und dem Leid, die mit
dem menschlichen Dilemma einhergehen.
Alle Dinge regeln sich für den, der im Sinn des Tao nicht handelt.
Wenn die Herrscher diese Haltung bewahren könnten, würden
sich alle Dinge von selbst transformieren.
Nach der Transformation wären sie zufrieden in namenloser Einfachheit
und wunschlos.
Wo es keine Wünsche gibt, sind Himmel und Erde von selbst richtig.
Der Weise stellt keine eigenen Bemühungen an.
Er weilt in fruchtvoller Wirklichkeit und nicht in blumigen Illusionen.
Wenn höhere Menschen das Tao entdecken, praktizieren sie es mit
Fleiß.
Wenn durchschnittliche Menschen das Tao hören, behalten sie einige
Dinge und verlieren andere.
Wenn niedere Menschen das Tao hören, können sie es nur laut
verlachen.
Denn wenn sie nicht lachten, könnte es nicht als das Tao angesehen
werden.
Der Durchschnittsmensch erträgt es nicht, allein zu sein.
Aber der Weise nutzt sein Alleinsein und erkennt dadurch seine Einheit
mit allem, was ist.
Erkenne Zufriedenheit mit dem, wie die Dinge sind, so wirst du nie erniedrigt
werden.
Erkenne Befriedigung in dem, was du hast, so wirst du lange bestehen.
Diejenigen, die sich dem Wissenserwerb widmen, mehren täglich Ergebnisse.
Diejenigen, die das Tao gehört haben, lassen täglich etwas
fallen.
Sie nehmen solange ab, bis sie am Punkt des Nicht tuns ankommen.
Indem sie nichts tun, bleibt nichts ungetan.
Öffne die Tore des Geistes für Bewertungen.
Misch dich in Angelegenheiten, so wird dein ganzes Leben sorgenvoll.
Verschließe die Tore vor dem Verlangen, so wirst du dein Leben
lang nicht leiden.
Zu wissen, wie man in Sanftheit nachgibt, wird Stärke genannt.
Der Weise lässt alles kommen und gehen ohne Mühe oder Vorliebe.
Da er hinsichtlich der Ergebnisse keine Erwartungen hat, ist er bei
ihrem Ausgang nie enttäuscht.
Erlange den gesamten Himmel durch Nichteinmischen.
Sei unbeteiligt in Angelegenheiten und im Denken und beobachte, wie
sich die Welt selbst kontrolliert.
Wenn du keinen Bestimmungsort hast, kennt niemand das Ende.
Dann kannst du das nutzen, was dir das Leben bringt.
Dies nennt man den Weg des langen Lebens und der dauernden Schau.
Das einfachste Muster ist das klarste.
Zufrieden mit einem gewöhnlichen Leben kannst du den Menschen den
Weg zurück zu ihrem wahren Wesen zeigen.
Und eine Frau die einen Säugling an der Brust hielt sagte,
sprich uns von den Kindern,
und er sagte, euere Kinder sind nicht euere Kinder,
sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach
sich selber.
Sie kommen durch euch aber nicht von euch und obwohl sie mit euch sind,
gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen euere Liebe geben, aber nicht euere Gedanken.
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihrem Körper ein Haus geben aber nicht ihren Seelen.
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt.
Nicht einmal in eueren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen wie sie zu sein. Aber versucht nicht
sie euch ähnlich zu machen.
Das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im
gestern.
Ihr seid die Bogen von denen euere Kinder als lebende Pfeile in die
Welt ausgeschickt werden.
Der Schütze, sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit und
er spannt euch mit seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit
fliegen.
Lasst eueren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet
sein, denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den
Bogen, der fest ist.
Aus der Prophet von Kaalil Gibran
Die Form ist leer – die Leere wird zur Form. Kein Auge, kein
Ohr, keine Nase, keine Zunge, kein Körper, kein Geist, keine Farbe,
kein Klang, kein Geruch, kein Geschmack, kein Tastsinn, kein Ding das
existiert, kein Alter und kein Tod, kein Ende des Alters und kein Ende
des Todes, kein Leid, keine Ursache für Leid oder das Ende des
Leidens, kein Weg, keine Weisheit und kein Nutzen, kein Nutzen. Bodhisatwa
im vollkommenen Einklang ohne die Schranken des Geistes – ohne
Schranken und daher ohne alle Furcht. Jenseits von allen irreführenden
Gedanken. Das ist Nirvana. Herzsutra von Buddha
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